Dorfkirche Malchow
Die evangelische Dorfkirche Malchow in Berlin-Malchow war eine mittelalterliche Kirche. Sie stand, umgeben von einer Mauer, inmitten des rund 3000 Quadratmeter großen Kirchhofs an der Dorfstraße.
Geschichte
Die ersten Bewohner des um 1230 gegründeten Dorfs waren niederdeutsche Zuzügler. Sie errichteten in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts einen Rechtecksaal mit schiffsbreitem querrechteckigem Turm aus sorgfältig gequadertem Feldsteinmauerwerk im sogenannten Übergangsstil zwischen Spätromanik und Frühgotik. Der Turm hatte ein spitzbogiges Westportal und rundbogige Schallöffnungen.
1691 bis 1693 wurden auf Veranlassung des Gutsbesitzers erste bauliche Veränderungen vorgenommen. Der Saalbau wurde aus Backstein neu errichtet, unter Benutzung des Feldsteinsockels des mittelalterlichen Ursprungsbaus. Er wurde durch einen dreiseitigen Choranbau in Schiffsbreite ergänzt. Der Feldsteinturm wurde verputzt und erhielt eine hölzerne rechteckige Laterne aufgesetzt, so wie es die Zeichnung von Heinrich Wohler aus dem Jahr 1834 zeigt.[2] In die Mauer des Chorpolygons wurden bei dem Umbau drei Inschriftengrabsteine der Pfarrersfamilie Neander aus den Jahren 1689 und 1693 eingearbeitet, teilweise mit figürlichem Schmuck. Dieser Mauerrest ist heute noch erhalten.
Die Kirche bekam im 17. Jahrhundert auch eine Gruft, die bei späteren Umbauten (1882) zugeschüttet wurde. 1882 wurde die alte Kirche nach Plänen von W. Köhne wieder umgebaut, vor allem erfolgte die Entfernung von Putz und Laterne des Turms sowie eine Turmerhöhung aus Backsteinen mit doppelbogigen Rundfenstern und aufgesetztem achteckigen Dachreiter.
Zur Innenausstattung gehörten eine Orgel, ein einfacher Altar, besonders schön gefertigte Chorstühle für die Herrschaften, ein gefliester Fußboden, eine Messingtaufschale mit einer Treibarbeit, die Adam und Eva im Paradies darstellt (1610) sowie ein silberner, vergoldeter Abendmahlskelch (1606) mit einem durch Evangelistenreliefs und Wappen verzierten Fuß. Das Taufbecken und ein Taufengel wurden im 19. Jahrhundert an das Märkische Museum in Berlin abgegeben.
Ein altertümlicher Spruch an der Sakristeitür bezeugte, dass Prinz Markgraf Ludewig einen Teil der Einrichtung gestiftet hatte:
„Printz Markgraff Ludewig
Stiff’t hier zu Gottes Ehren
Kirch’fenster, Sakristei,
Nebst zweien neuen Chören.
Gott sei sein Schild, sein Lohn,
Sein Schutz, sein Eigenthum,
Er laß es feste stehn
Zu seinem ewgen Ruhm.“