Die ehemalige Dorfkirche
Die ehemalige Dorfkirche Wartenberg, erbaut im 13. Jahrhundert, war Mittelpunkt des um 1230 von deutschen Zuzüglern gegründeten Dorfes Wartenberg. Der Standort der ehemaligen Kirche und das Dorf Wartenberg liegen durch die Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 auf dem Gebiet der Stadt Berlin. Die Dorfkirche wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gesprengt. Ihre baulichen Reste wurden nach dem Krieg vollständig beseitigt.
Die heutige Kirche Wartenberg ist der Nachfolgebau der alten Wartenberger Dorfkirche an anderem Standort. Sie ist ein modernes Kirchengebäude, mitten in der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen, fertiggestellt im Jahr 2000. Sie ist eine Gemeindekirche der evangelischen Kirchengemeinde Malchow-Wartenberg.
Modernes Kirchengebäude aus dem Jahr 2000
Neue Dorfkirche Wartenberg
Erst nach der politischen Wende bestand die Möglichkeit, am anderen Standort ein neues Kirchengebäude für die Gemeinde zu errichten. Von der früheren Ausstattung war bis auf die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1795 und zwei Epitaphien nichts mehr erhalten, sodass Künstler beauftragt wurden, Altar, Kanzel und Taufstein neu zu gestalten. Die neuen Werke stammen aus dem Atelier von Anna Franziska Schwarzbach, die als Material Gusseisen einsetzte, das eine unregelmäßig geformte Oberfläche bildet und – entgegen der sonstigen Vorliebe der Künstlerin, die gern warme rot-braune Töne verwendet – in dunklem Schwarz-Grau gehalten ist. Die Kirchengemeinde hatte auf ein möglichst einheitliches zurückhaltendes Aussehen Wert gelegt, die Rauchglasplatte auf der Kanzel musste zum Sockel passen und auch zu den dunkel gemusterten Fußbodenkacheln. Die Prinzipalien erhielten 1999 ihren Platz im modernen Kirchenschiff. Die oben genannten historischen Teile wurden im Eingangsbereich des Neubaus als Wandschmuck angebracht. Tageslicht fällt in das Gotteshaus, das rundherum verklinkert ist, durch ein umlaufendes klares Fensterband unterhalb der Decke des Hauptschiffs.
Die feierliche Kircheneinweihung erfolgte am 19. Januar 2000. Die neue Dorfkirche im modernen Architekturstil befindet sich an der Falkenberger Chaussee 93 bereits im Ortsteil Berlin-Neu-Hohenschönhausen, schließt sich jedoch unmittelbar an Wartenberg an.
Zehn Jahre nach der Kirchweihe feierten der Ortsteil und die Kirchengemeinde ihr erstes Jubiläum, weswegen die Künstlerin Schwarzbach zu einer Ausstellung ihrer sonstigen Werke eingeladen worden war. Zusätzlich gewannen die Kuratoren den ecuadorianischen Maler und Poeten Diego Gortaire (* 1967,[2] genannt D. Gorter) für die Jubiläumsausstellung. Er präsentierte einen Monat lang Tuschemalerei zu den Themen Natur, Landschaft und Lebewesen auf uralten Landkarten seines Heimatlandes.
Zum Einzugsbereich der evangelischen Kirchengemeinde gehören die Neubau-Großsiedlung Berlin-Neu-Hohenschönhausen sowie die ehemaligen Dörfer Wartenberg und Falkenberg, sowie die Wartenberger Siedlung, die Richtung Lindenberg liegt. Ende des Jahres 2014 zählte die Kirchengemeinde 2030 Mitglieder.
Außer zu den Kirchenangelegenheiten dient das Gotteshaus auch für öffentliche Kulturveranstaltungen.